1. Route:
Am alten Bromberger Kanal
Zeit: 1 Stunde, Strecke: 3,5 km

Die Tour beginnen wir am Informationszentrum der Stadt Bromberg am Altmarkt, wo man Fahrräder ausleihen kann. Über die Bärenstr. (Niedźwiedzia) begeben wir uns in Richtung Mühleninsel. Es lohnt sich dabei, den Blick auf das bescheidene barocke Bürgerhaus mit der Nummer 11 zu richten.

Hier befand sich einst die Apotheke „Zum Bären“. Die Straße Ku Młynom führt uns auf die sechs Hektar große Insel im Herzen der Stadt. Das erste Objekt, das wahrscheinlich unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird, ist der Rote Speicher aus dem Jahre 1861. Die ehemalige Dampfmühle ist heute ein Ausstellungsgebäude des Leon-Wyczółkowski-Bezirksmuseums. Wir kommen an dem Bau vorbei und fahren weiter links den Fluss Młynówka entlang. Es handelt sich dabei um einen Flussarm der Brahe. Zahlreiche ehemalige Fabriken und Bürgerhäuser aus dem 19. Jh., die beinahe direkt aus dem Flusswasser emporsteigen, werden Bromberger Venedig genannt. Im Schatten breitkroniger Kastanienbäumen gelangen wir zum Steg über die Młynówka. Dieser führt uns geradewegs zur Świętej-Trójcy-Straße. Dort treffen wir auf ein modernistisches Bürgerhaus mit der Nummer 5/5a aus den 30er Jahren des 20. Jh. (Entwurf von Jan Kossowski). Wir biegen nach rechts ab und über die Świętej-Trójcy-Straße begeben wir uns zum Grunwaldzkie-Kreisverkehr. Verweilen Sie kurz an der Dreifaltigkeitskirche mit modernistischen Formen und einem neubarocken Innenraum. Sie wurde vom Posener Architekten Roger Sławski entworfen und in den Jahren 1910-1912 errichtet. Gegenüber dem Gotteshaus befindet sich ein besonders originelles Bürgerhausmit der Nummer 23 aus dem Jahre 1903 mit interessanten Verzierungen im Jugendstil. Seinen Innenraum schmücken Gemälde von Brunon Gęstwicki (1882-1969). Am Ende der Straße springt uns das Gebäude der ehemaligen Königlichen Preußischen Handwerker- und Kunstgewerbeschule aus dem Beginn des 20. Jh. ins Auge, das derzeit das Schulzentrum für mechanische Berufe Nr. 1 beherbergt. Wir gehen auf die andere Seite der Kruszwicka-Straße in Richtung des Handelszentrums. Von dort aus begeben wir uns nach Norden und gelangen zum Alten Bromberger Kanal (1773-1774). Auf der anderen Seite des Kreisverkehrs biegen wir nach links ab und fahren den kleinen Bach entlang. Es handelt sich dabei um ein bescheidenes Überbleibsel eines Abschnitts des Alten Kanals, der 1971 zugeschüttet wurde. Zu unserer Rechten befindet sich die älteste Nekropole in Bromberg, der Altpfarrfriedhof. Wir überqueren die Breslauer Straße (Wrocławska), kommen dabei an der historischen vierten Schleuse vorbei und setzen unsere Fahrt den Kanal entlang fort. Zwischen üppigen, breitkronigen Bäumen finden wir zahlreiche Naturdenkmäler, die noch von den Zeiten Napoleon Bonapartes ein Lied singen könnten. Unweit der Strecke zwischen der vierten und der fünften Schleuse ( liegt das Museum des Bromberger Kanals. Es befindet sich in einem Wirtschaftsgebäude aus dem 19. Jh. in der Nowogrodzka-Straße 3. Wenn wir weiter geradeaus fahren, kommen wir an der historischen fünften Schleuse vorbei, dann unter den Bahngleisen (Strecke Bromberg-Hohensalza) hindurch, und so gelangen wir zu den Objekten des ältesten Sportvereins der Stadt – Gwiazda. Unsere Fahrt am Kanal endet an der Stelle, wo die Bronikowskiego-Straße den Kanal, genauer gesagt die sechste Schleuse überquert. Hier können wir umkehren und am anderen Ufer ins Zentrum strampeln, oder auch weiter die zweite Route entlang fahren.

Alten Bromberger Kanal, fot. R.Sawicki

Haben Sie das gewusst?

Auf dem Altpfarrfriedhof gibt es zahlreiche Grabstätte von historischem Wert, u. a. Gräber von französischen Soldaten, die im Deutsch-Französischen Krieg gefallen sind, das Grab des verdienten Bewohners Brombergs Teofil Magdziński sowie die Friedhofskapelle der 1939 ermordeten Bromberger. Der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahre 1864. Hier wurden die verdienten Bürger der Stadt begraben.


2. Route
Alter Bromberger Kanal – Smukała – Myślęcinek – Altstadt
Zeit: 4 Stunden, Strecke: 26 km
Nachdem wir die Strecke am Bromberger Kanal zurückgelegt haben, biegen wir auf der Höhe des Sportverbands und der vierten Schleuse mit der Anlegestelle „Gwiazda“ rechts in die Bronikowskiego-Straße ab. Diese führt uns in Richtung des Westknotens, und genauer zur Grunwaldzka-Straße. Wir überqueren die verkehrsreiche Ader mit gebotener Vorsicht, biegen in die Straße Nad Torem ab und an der ersten Ampel befahren wir den Fahrradweg auf dem Bürgersteig. Wir fahren weiter die Straße Nad Torem entlang, bis der Fahrradweg endet. Dann folgen wir dem kombinierten Fußgänger- und Fahrradweg entlang der Koronowska-Str. bis zur Kreuzung mit der Opławiec-Str., in die wir abbiegen. Sie führt zur Biwakowa-Str. Auf dem Weg fahren wir am Staudamm Smukała  mit einem Wasserkraftwerk und auf der Höhe der Nummer 160 an einem Friedhof aus dem Zweiten Weltkrieg vorbei, der den Opfern des Umsiedlungs- und der Erziehungslagers gewidmet ist. An der Kreuzung der Straßen Opławiec und Biwakowa befindet sich am Brahe-Ufer ein ungewöhnliches Paddeldenkmal. Das Paddelboot und die Paddel erinnern an die Paddeltouren an der Brahe, an denen der Priester Karol Wojtyła, der spätere Papst Johannes Paul II., in den Jahren 1953 und 1966 teilnahm. Wir biegen nach rechts in die Biwakowa-Straße ab und fahren auf die Smukalski-Brücke. Es lohnt sich, hier kurz zu verweilen, um die wunderschöne, durch die Brahe geschaffene Landschaft zu bewundern. Hinter der Busendhaltestelle biegen wir nach rechts in die Smukalska-Straße ab. Jetzt legen wir eine längere Strecke durch den Wald zurück. Auf der Höhe der Nummer 113 lohnt es sich nach rechts abzubiegen, um sich das Sanktuarium der Dreimal wunderbaren Mutter Gottes anzusehen. Es handelt sich dabei um eines von sechs Sanktuarien der Apostolischen Schönstattbewegung in Polen (geweiht 2001). Jetzt kehren wir zurück zur Smukalska-Straße und nach ein paar Minuten biegen wir nach links in den Brandschutzweg Nr. 16 ab. Dieser führt uns zum größten städtischen Park in Polen (830 Hektar), dem Waldpark für Kultur und Erholung „Myślęcinek”. Wenn wir weiter geradeaus durch den Wald fahren, gelangen wir zur Rekreacyjna-Straße. Wir befahren diese am Straßenbogen und nach einer kurzen Weile erblicken wir einen Steg über den Bahngleisen, direkt neben der Bahnstation Bydgoszcz Rynkowo. Wir steigen vom Fahrrad ab und schieben es über den Steg (die Zufahrtsrampen sind sehr steil). Jetzt nehmen wir die Jeździecka-Straße und bereits am ersten Bogen biegen wir in den Wald ab. Der Weg führt geradeaus bis zu einem Beobachtungsturm, an dem wir vorbei fahren, um dann rechts abzubiegen. Durch eine Schlucht fahren wir hinunter in Richtung einer der mehreren Teiche in Myślęcinek. Auf der Höhe des Teiches, an dem sich eine unter den Bewohnern Brombergs beliebte kleine Wasserquelle befindet, biegen wir nach rechts in Richtung des Kujawisch-Pommerschen Zentrums für ökologische Bildung in Myślęcinek ab. Auf einem asphaltierten Weg gelangen wir zur ersten Straßenkreuzung und biegen dann nach rechts in die Hipiczna-Straße ab, auf der wir zur Lichtung Różopole gelangen. Wir biegen nach links ab und kommen so rechts an ihr vorbei. Jetzt fahren wir geradeaus, am Zoo und an Schrebergärten vorbei, bis zur Danziger Straße (Gdańska). Von hier aus können wir in Richtung Fordon oder weiter nach Ostromecko fahren (3. Route) oder auch den Fahrradweg der Danziger Straße entlang nehmen und ins Zentrum zurückkehren. Links kommen wir an den historischen Bauten des Wasserwerks „Danziger Wald“ (Las Gdański) vorbei. Diese beherbergen das Wasserwerk-Museum. Hinter der Brücke über den Gleisen sehen wir auf der rechten Seite das Zdzisław-Krzyszkowiak-Stadion Zawisza. Gleich dahinter biegen wir nach rechts in die Powstańców-Warszawy-Straße ab. Diese führt uns zu Bahngleisen. Am Ende der Straße biegen wir nach links ab und fahren weiter den Fahrradweg am Neupfarrfriedhof und später die Zaświat- und Zygmunta-Augusta-Straße entlang. Wir fahren am Gebäudekomplex des Bromberger Hauptbahnhofs vorbei, gelangen zur Unii-Lubelskiej-Straße, fahren auf die andere Straßenseite, um dann nach rechts abzubiegen. Auf diese Weise erreichen wir den Kai an der Brahe.
Bevor wir nach links abbiegen, lohnt es sich, den Blick auf die andere Seite zu richten, wo sich drei Bahnbrücken befinden. Die erste  (östliche) Brücke ist die älteste erhaltene Bahnbrücke in Polen (1851). Während wir am Kai weiterfahren, kommen wir unter der Straßenbrücke (1913) hindurch, die nach der polnischen Königin Hedwig benannt wurde, und dann am wuchtigen Gebäude der ehemaligen Direktion der Preußischen Ostbahn vorbei, das 1886-1889 im Stil des niederländischen Manierismus errichtet wurde. Über die Straßenbahnbrücke (die erste Hängebrücke in Polen, 2011-2012), benannt nach Władysław II. Jagiełło, gelangen wir auf die andere Seite der Brahe. Wir fahren die Straßenbahngleise entlang. An der Kreuzung mit der Garbary-Straße schauen Sie sich die wunderschön restaurierte Fassade des Eckhauses an, das im Burgenstil zu Beginn des 20. Jh. errichtet wurde. Wir fahren weiter geradeaus bis zur Focha-Straße, um an dieser Stelle links in Richtung der Solidarność-Brücken abzubiegen. Von da aus ist die Städtische Schleuse aus dem Jahre 1915 sehr gut sichtbar. In ihrer Nähe wurde vor Kurzem die frühere, einzigartige Trapezschleuse aus dem Jahre 1884 enthüllt. Über den Zebrastreifen schieben wir das Fahrrad auf die andere Straßenseite, steigen wieder auf und fahren um das Opernhaus Opera Nova herum. Dann gelangen wir über den Steg auf die Mühleninsel und von dort aus zurück zum Altmarkt. Die Route endet an der Stelle, wo wir aufbrachen.

Opernhaus Opera Nova, Bydgoszcz, fot. R.Sawicki

3. Route
Alter Kanal – Smukała – Myślęcinek – Fordon – Ostromecko
Zeit: ein ganzer Tag, Strecke: 37 km + Rückreise ca. 14 km

Diese Route ist eine Fortsetzung der ersten und zweiten Route. Wenn wir zur Danziger Straße (Gdańska) gelangen, fahren wir weiter den Fahrradweg an der Sądeckiej-Straße entlang bis zur Armii-Krajowej-Allee. Auf der Höhe der Zamczysko-Straße schieben wir das Fahrrad über den Fußgängerüberweg an dieser verkehrsreichen Straße auf die andere Straßenseite und setzten unsere Fahrt den roten Fahrradweg im Wald entlang fort. Dieser führt uns bis zur Akademicka-Straße in Fordon. Wir begeben uns nach Osten. Zuerst fahren wir die Akademicka entlang, dann biegen wir nach links in die Korfantego-Straße ab und fahren anschließend weiter die Twardzickiego-Straße entlang. An der Kreuzung mit der Bołtucia-Straße biegen wir nach links ab, kommen an der Pfarrei Mutter Gottes Königin der Märtyrer vorbei und befahren das Gelände des Tals des Todes. An dieser Stelle führten Deutsche im Jahre 1939 Massenhinrichtungen an Einwohnern Brombergs durch. Es befinden sich hier symbolische Gräber, ein Denkmal sowie Stationen des Kreuzwegs (Golgota des 20. Jh. genannt), die einen Teil des Sanktuariums der Königin der Märtyrer darstellen. Nachdem wir in Form einer Kehrschleife durch das Tal des Todes gefahren sind, kehren wir zur Twardzickiego-Straße zurück. Über die Straßen Kleeberga, Andersena (Fahrradweg entlang der Straße), Sielska, Ametystowa und Flotylli Wiślanej gelangen wir zur Weichselquerung – der einst (1893) längsten Brücke im Deutschen Kaiserreich, der Rudolf-Modrzejewski-Brücke.


Es lohnt sich, am Kreisverkehr direkt vor der Brückeneinfahrt von der Route abzuweichen, um über die Bydgoska-Straße zum Markt in Alt-Fordon zu gelangen. Es handelt sich dabei um einen Stadtteil Brombergs, der bis 1973 ein eigenständiges Städtchen mit einer äußerst langen und multikulturellen Geschichte war. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Alt-Fordon gehören das klassizistische Gebäude der ehemaligen Synagoge aus dem ausgehenden 18. Jh., das die deutsche Besatzung wie durch ein Wunder überstand (die Nazis errichteten in seinen Innenräumen ein Kino, das bis 1988 in Betrieb war), die neugotische St.-Johannes-Evangelist-Kirche (1878-1879 ) und die neubarocke St.-Nikolaus-Kirche (1927-1928, Entwurf von Stefan Cybichowski). Am Markt in Alt-Fordon erregt auch der Gebäudekomplex der Strafanstalt für Männer die Aufmerksamkeit. Seine Anfänge reichen bis ins Jahr 1859 zurück. Das älteste Objekt des Komplexes (die zweite Halle der Anstalt) wurde 1780-1783 erbaut  und beherbergte einst die preußische Zollkammer. Nach diesem kurzen Besuch in Alt-Fordon fahren wir zurück zur Weichselbrücke. Auf der anderen Flussseite schieben wir das Fahrrad die Treppe hinunter, die sich links hinter dem letzten Brückenfeld befindet, und befahren weiter die asphaltierte Straße (wir müssen nach rechts abbiegen) in Richtung Strzyżawa. Weiter fahren wir über den Fahrradweg im Wald, auf der linken Seite der Woiwodschaftsstraße Nr. 551.

Den Parkplatz des Park- und Palais-Komplexes in der Bydgoska-Straße 9 erreichen wir, indem wir von der Woiwodschaftsstraße ein paar Meter vor der Einfahrt in Ostromecko nach links abbiegen. Nach Bromberg kehren wir auf gleicher Strecke zurück und fahren bis zum Park „Myślęcinek”. Von dort aus setzen wir unsere Rückreise entlang der Route fort, die als 2. Variante markiert wurde. Wahlweise können wir am Bahnhof Ostromecko einen Zug nach Bromberg nehmen.

Ostromecko, fot. R.Sawicki

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